Geschichte


Jesus Christus hat in zwanzig Jahrhunderten nichts an Aktualität eingebüßt. Die Geschichte Christi fasziniert, inspiriert und gibt Anlass für eine Vielzahl individueller Interpretationen. Schriftsteller, Komponisten und bildende Künstler stellten den Sohn Gottes auf die verschiedensten Arten dar.

Die Rockoper Jesus Christ Superstar wurde von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber in erster Linie als Musikalbum veröffentlicht. Das Cover des viel diskutierten Albums zeigt zwölf völlig unterschiedliche Abbildungen von Jesus Christus. Berühmte alte Meister haben die Porträts mit dem jeweils eigenem Blick angefertigt. Auf diese Weise geben Rice und Webber an, dass auch sie lediglich versuchen, dieses unerschöpfliche Thema erneut zu interpretieren. Die beiden konnten damals allerdings nur davon träumen, dass aus diesem Album verschiedene Musicals und eine Verfilmung entstehen könnten.

Jesus Christ Superstar ist durch die Bibelgeschichte inspiriert, unterscheidet sich jedoch maßgeblich von der christlichen Deutung. Das besondere an Jesus Christ Superstar ist die von Rice und Lloyd Webber gewählte Perspektive. Es geht nämlich nicht um Jesus Christus, sondern um Judas Ischariot. Rice zeigt Judas gute Absichten: dieser meint es gut, auch wenn er Jesus widerspricht und kritisiert. In der Version von Rice ist Judas der stärkere und intelligentere, während Jesus eher schwach und emotional erscheint. Das macht ihn weniger göttlich und viel menschlicher als in der biblischen Geschichte.
Auch Maria Magdalena erhält in Jesus Christ Superstar einen von der biblischen Version abweichenden Status. Sie liebt Jesus, wenngleich sie das nicht offen zugeben kann.

Beim letzten Abendmahl prophezeit Jesus sein Schicksal und Judas als Verräter. Dieser ist intelligent und ahnt, was geschehen wird. Judas erkennt, dass er mit seinen Verrat Jesus eigentlich einen – wenn auch blutigen – Dienst erweist. Schließlich macht dies Judas zum Verräter und versetzt Jesus in die Lage, seine göttliche Vorherbestimmung zu vollenden.
Lloyd Webber und Rice lassen Jesus dessen Zweifel und Fragen an Gott richten. Jesus kennt sein Schicksal, stellt sich jedoch in quälender Ungewissheit die Frage nach der Bedeutung seiner schweren Aufgabe.
Auch Judas ist der Situation nicht länger gewachsen. Letztendlich geht Judas an der Dualität seiner Lage zugrunde.

Mit Jesus Christ Superstar hat Tim Rice die Christuslegende auf seine ganz eigene Art und Weise dargestellt. Und nicht allein das Drehbuch ist großartig. Auch Andrew Lloyd Webber hat beachtlich mit seinen musikalischen Anteil zum Erfolg beigetragen. Immer wieder versteht er es, genau die richtige Saite zu berühren. Die Vielfalt der musikalischen Bausteine, die er verwendet, ist enorm. Die Musik in Jesus Chris Superstar kombiniert symphonische Stücke mit Blues-, Folk- und Gospelpassagen, während Choräle durch elektronische Soundeffekte verstärkt werden. Diese akustische Mischung verläuft parallel zum Libretto, in dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind. Durch den Einsatz eines großen Orchesters und der Bearbeitung zu einer extravaganten, akustischen Mischung kann man zurecht von einer Rockoper sprechen.

Gemeinsam ist es Tim Rice und Andrew Lloyd Webber gelungen, ein musikalisches Meisterwerk zu kreieren. Sie haben, ohne sich dessen in jener Zeit bewusst gewesen zu sein, mit Jesus Christ Superstar eines der wichtigsten musikdramatischen Werke des 20. Jahrhunderts erschaffen.

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